Die Oculus Rift ist ausgepackt, vielleicht auch schon angeschlossen und einige Tage im Einsatz. Vom richtigen Sitz oder das Phänomen VR-Übelkeit bis zum besten Weg, Games zu kaufen: Hier sind 10 Dinge, die frischgebackene Oculus Rift-Besitzer über ihr VR-Headset wissen sollten.

1. Der richtige Sitz

Nach dem Spielen Abdrücke der Brillenumrisse im Gesicht? Dann ist das Headset nicht optimal eingestellt. Der gängigste Fehler ist, dass das hintere Band zu hoch sitzt und die Brille mit Hilfe der seitlichen Gurte ans Gesicht gepresst wird. Optimal sitzt die Rift, wenn das hintere Band möglichst weit nach hinten gezogen wird. Dann trägt das Gurtsystem das Hauptgewicht. Die seitlichen Bänder können gelockert werden und die Brille sitzt trotzdem sicher.

2. Vorsicht vor Sonnenlicht!

Die Linsen fokussieren einfallendes Sonnenlicht, was zu permanenten Schäden (in Form von dunklen Flecken) an den Displays führen kann und das ziemlich schnell. Achtet darauf, eure Rift nie direktem Sonnenlicht auszusetzen! Das gilt insbesondere im Winter, wo die tiefstehende Sonne in Ecken der Wohnung vordringt, die sonst im Schatten liegen.

3. Rift und Sehhilfen

Grundsätzlich können Brillenträger ihre Brille mit Rift nutzen – wenn sie schmal genug ist, um unter das Headset zu passen. Ihr solltet aber tierisch aufpassen, vor allem beim Auf- und Absetzen. Scheuert die Brille an den Linsen, sind Kratzer nicht ausgeschlossen. Die Rift-Linsen fokussieren übrigens auf „unendlich“. Weitsichtige bekommen eventuell auch ohne Brille ein scharfes Bild. Eine Alternativlösung zum Brillentragen sind Korrekturlinsen, die zusätzlich in die Rift geklemmt werden. Ihr könnt Sie bei diesem Drittanbieter bestellen.

4. Push the Button!

Der kleine Regler rechts unten am Headset dient zum Justieren des Augenabstands. Soweit, so bekannt. Was zumindest wir erst nach einigen Tagen herausgefunden haben: Zum Verschieben muss man den Knopf drücken! Er lässt sich auch ohne Drücken problemlos bedienen, macht dann allerdings ein Klickgeräusch, das der Mechanik wohl eher nicht gut tut…

5. Hygiene nicht vernachlässigen

Kein schönes Thema, aber auch daran solltet ihr denken: Der Schaumstoffrahmen eures Headsets hat direkten Kontakt mit eurer Haut. Früher oder später macht sich das bemerkbar. Früher, wenn ihr fette Haut habt oder häufig körperlich anstrengende Games wie Beat Saber spielt oder öfter mal mit Creed: Rise to Glory in den Boxring steigt. Später, wenn beides nicht zutrifft. Aber irgendwann versifft der Schaustoff eurer Rift. Der Zubehörhersteller VR Cover bietet waschbare Baumwollüberzüge für den Schaumstoffrahmen an, außerdem auch gleich Alternativen zum Original-Schaumstoff.

6. Wo Games kaufen?

Viele Spiele werden sowohl im Oculus Store als auch auf anderen Plattformen wie Steam angeboten. Einiges spricht dafür, im Zweifelsfall bei Steam zu kaufen. Im Oculus-Store ist man auf die Rift beschränkt. Bei einem eventuellen späteren Wechsel zu einem anderen Headset-Anbieter kann man seine Spiele nicht (oder nur mit inoffiziellen Lösungen) mitnehmen. Wer auf Steam kauft, ist im Zweifelsfall zukunftssicherer unterwegs. Außerdem gibt es auf Steam häufiger Rabatt-Angebote. Um Steam-Games auch nutzen zu können, müsst ihr nur in der Oculus-Software unter „Einstellungen/Allgemein“ den Schalter „Unbekannte Quellen“ aktivieren.

Oculus Rift: Unbekannte Quellen zulassen
„Unbekannte Quellen“ aktivieren, damit Games von außerhalb des Oculus Stores laufen.

7. SteamVR-Games mit Rift und Touch

Apropos Steam. Besitzt Ihr die Oculus Touch-Controller? Dann könnt ihr auch viele SteamVR-Games nutzen, die nicht explizit für Oculus ausgewiesen sind. SteamVR unterstützt die Touch-Controller nativ. Ein großer Teil der SteamVR-Spiele laufen, nur vereinzelt gibt es Probleme. Voraussetzung für die Nutzung von SteamVR mit Rift und Touch ist die Installation des kostenlosen SteamVR-Clients. Ihr findet ihn in Eurer Steam-Bibliothek in der Rubrik „Tools“.

8. Sound nicht über die Kopfhörer?

Bei manchen Spielen kann es passieren, dass der Sound nicht über die Rift-Kopfhörer sondern die Lautsprecher wiedergegeben werden. Hier hilft ein manuelles Ändern des Ausgabegeräts auf „Kopfhörer (Rift Audio)“. Viele PC-Gamer schwören dazu auf das kostenlose Tool Audio Switcher, allerdings tut es auch ein Linksklick auf das Audio-Symbol im Infobereich, dort klappt das Umschalten unter Windows 10 so komfortabel wie mit dem externen Tool.

9. Showstopper VR-Sickness

Einer der größten Showstopper bei VR ist Übelkeit, die sich bei manchen Games einstellen kann. Die Ursache ist im Grunde dieselbe wie bei Seekrankheit: Augen und Gleichgewichtssinn melden unterschiedliche Eindrücke, der Magen reagiert not amused. Wieviel man verträgt, ist höchst individuell. Die gute Nachricht ist, dass man mit der Zeit abhärtet. Ganz wichtig dabei: Nichts erzwingen! Wird euch übel, legt sofort eine Pause ein. Alles andere ist im dümmsten Fall sogar kontraproduktiv und Ihr trainiert eurem Körper an, auf VR grundsätzlich mit Übelkeit zu reagieren. Im Oculus-Store sind Spiele nach ihrer Intensität bewertet. Startet am besten mit Games aus der Komfortstufe „angenehm“. Mehr zum Thema VR-Übelkeit lest ihr übrigens in unserer Story VR-Übelkeit besiegen – geht das?

10. Welche Games muss ich haben?

Vom kostenlosen Flugsimulator bis zum ultimativen Gruselgame: Hier haben wir eine (naturgemäß auch ein wenig subjektive) Liste der besten Games für Oculus Rift für euch zusammengestellt.