Traffic Jams ist ein geniales VR-Game, das euch zu Verkehrspolizisten in verschiedenen Großstädten macht. Ein spaßiges Spielprinzip, wie gemacht für VR! Und auch noch astrein umgesetzt. Das Game gibt’s seit Frühjahr für Oculus Quest und PCVR und jetzt neu für PSVR. Wir haben Traffic Jams auf der Quest 2 im Test.

Souverän zeige ich dem Bus die ausgestreckte Hand. Stopp! Den Fußgängern signalisiere ich mit Handgewachel: Ihr könnt gehen! Während sich die Karawane langsam über die Straße bewegt, werden die Autofahrer ungeduldig. Wild gestikuliere ich den Fußgängern, sie sollen doch bitte schneller machen, bevor jemand vor Ungeduld einfach aufs Gas steigt …

Und damit ist das grundlegende Spielprinzip von Traffic Jam auch schon erklärt. Ihr dirigiert den Verkehr auf vielbefahrenen Kreuzungen in aller Welt. Ihr sorgt dafür, dass die Fußgänger die Straße sicher überqueren können und passt auf, dass keine Unfälle passieren. – Außer, ihr führt die Unfälle aus diversen Gründen absichtlich herbei, aber dazu später mehr.

Mit einer Hand zeigt ihr auf Autofahrer und Fußgänger, mit der anderen signalisiert ihr eure Befehle

Viele Minispiele und Sidequests

Eure Karriere als VR-Verkehrspolizist beginnt recht gemächlich im niederländischen Städtchen Gouda. Eine simple T-Kreuzung habt ihr hier zu managen. Eine lösbare Aufgabe fürs Eingewöhnen. Später geht’s in Amsterdam, Paris, New York und Tokio deutlich unübersichtlicher und hektischer zu. Weil ihr dann nämlich Straßen auch im Rücken habt und ein Zebrastreifen schon mal schräg über die Kreuzung verläuft – also genießt die anfängliche Ruhe!

Jede Stadt verfügt über drei Modi: Tag, Nacht und Rushhour. Die späteren Level und ihre Modi werden schrittweise freigeschaltet, indem ihr Aufgaben erledigt und Medaillen sammelt. Ganz klassische Progression – im Prinzip.

Das Spielprinzip ist nicht nur originell, es ist auch astrein umgesetzt. Die Grafik sorgt mit ihrem bunten Cartoon-Look für gute Laune. Die Steuerung ist intuitiv: Mit einer Hand auf einen Fußgänger oder Autofahrer zeigen, mit der anderen Hand Befehle signalisieren – das funktioniert einfach prima. Plus: Es stecken so viele witzige Easter eggs im Spiel, dass man echt immer etwas Neues entdeckt.

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Progression entgegen dem Core-Gameplay

Abwechslung wird im Spiel großgeschrieben – und ironischerweise ist das etwas, das für mich persönlich der einzige Kritikpunkt hier ist. Klingt vielleicht absurd, aber ich versuch’s mal zu erklären. Also: Zunächst ist euer Ziel in jedem Level ganz klassisch, einen hohen Score zu erspielen und Unfälle zu vermeiden, um das entsprechende Achievement zu erhalten. Aber um alle Medaillen für ein Level freizuschalten, müsst ihr noch jede Menge Aufgaben meistern, die am Core gameplay vorbeigehen beziehungsweise es punktuell sogar auf den Kopf stellen.

Ein Beispiel: Ihr sollt eine bestimmte Anzahl Fußgänger mit Käserädern umwerfen. Wie kommt ihr zu dem Käse? Indem ihr einen Zusammenprall zwischen einem Käselaster und einem anderen Fahrzeug provoziert. Dann kullern die Käseräder am Boden herum und ihr braucht sie nur aufzuheben und in Richtung eurer Opfer zu rollen – und zu treffen. Und solche Beispiele gibt’s zuhauf. Nicht falsch verstehen: Diese Aufgaben sind originell. Sie sorgen auch für Abwechslung. Aber irgendwie ertappe ich mich öfter bei dem Gedanken, dass mich diese Aufgaben vom eigentlichen Spiel abhalten. Ich will doch besser werden im Dirigieren des Verkehrs! Und das Spiel verlangt von mir ganz andere Dinge. Kann mir jemand folgen? Nein? Macht nichts. Vergesst es einfach, es ist sowieso Jammern auf hohem Niveau. Am Ende ist Traffic Jam ist ein verdammt gut gemachter kurzweiliger VR-Spaß. Ein witziges Spielprinzip wie gemacht für VR und super umgesetzt.

Ihr findet Traffic Jams auf Steam, im Oculus Store und im PlayStation Store.

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Das Fazit
Nach 16 Jahren E-MEDIA bloggt Manfred Huber jetzt über die Technik-Themen, die ihm am meisten Spaß machen - und das ist momentan alles rund um Virtual Reality.