Singularity 5 ist ein neuer Wave-Shooter in VR, der vor allem durch sein ungewöhnliches Art-Design heraussticht. Singularity 5 läuft auf Rift, Vive und Windows Mixed Reality. Wir haben den etwas anderen Shooter auf Oculus Rift im Test.

Singularity 5 ist das erste Game des Indie-Entwicklers Monochrome. Das französische Studio hat mehrere Jahre Erfahrung mit der Entwicklung von VR-Experiences für Kunst und Brands gesammelt. Was kann Monochromes Spiele-Debüt? Schauen wir es uns an.

Singularity 5: Ein Wave-Shooter in VR

Die Hintergrundstory ist in einem Satz erklärt: Ihr sollt ein futuristisches Paris aus der Herrschaft einer amoklaufenden KI befreien. Das Besondere am Game ist dabei weniger das Gameplay – Singularity 5 ist ein astreiner Waveshooter – als das Art-Design. Die Welt wirkt extrem abstrakt, sehr clean, Oberflächen spiegeln übertrieben. Als Farben dominieren Weiß, Schwarz und Gold. Zumindest in den frühen Levels. Später wird’s dann düsterer. Aber stets fällt das Art-Design unter das Prädikat „künstlerisch wertvoll“. Zusammen mit dem ebenfalls sehr experimentell-künstlerischem Soundtrack vermittelt das Game eine ganz eigene Atmosphäre.

Nun ist der „künstlerische“ Flair natürlich schon mal ein Alleinstellungsmerkmal. Im Endeffekt wollen wir aber ballern. Welche Figur gibt Singularity 5 als Shooter ab? Schauen wir uns das an.

Singularity 5 Screenshot
Diese Roboter haben es auf euch abgesehen – und ihr auf sie.

Eure Gegner: eine Roboterarmee

Zu Spielbeginn setzt euch das Game auf eine runde, offene Aufzugsplattform, die einen schnurgeraden Schacht nach oben fährt. Dieses erste Level ist Vorspann und Tutorial in einem. Nachdem der Aufzug die Credits-Schriftzüge passiert hat, bekommt ihr in jede Hand eine Pistole gedrückt und ballert los.

Die Gegner in Form verschiedener Roboter kommen in Wellen – und in unterschiedlichen Formen und Größen. Es gibt sie krabbelnd, fliegend, rollend, von winzig bis riesig. Roboter-Fußvolk hinterlässt bei seinen Angriffen Kristallsplitter, die euch nach und nach umhüllen und die Sicht nehmen. Ein Schlag oder Schuss mit der Waffe lässt euer Gefängnis zerbersten. Fliegende Gegner sind fieser. Sie schicken kugelrunde kleine Bomben los, die sich euch nähern und zeitverzögert explodieren, wenn ihr sie nicht rechtzeitig abknallt.

Ab Level zwei macht ihr Bekanntschaft mit Kampfrobotern, die euch per Laserpointer anvisieren. Dann heißt es: Einen Schritt zur Seite machen und/oder ducken, denn viele Treffer aus der Laser-Kanone übersteht ihr nicht. Später bekommt ihr es auch mit fest installierten Selbstschussanlagen zu tun.

Singularity 5 Screenshot
Die fliegenden Widersacher solltet ihr als erste aufs Korn nehmen.

Drei Waffen plus Handgranaten

Zur Wehr setzt ihr euch mit drei verschiedenen Waffen: Laserpistole, Granatwerfer, Maschinenpistole (in späteren Levels). Außerdem könnt ihr Handgranaten werfen, und das schon ab Level eins.

Sobald ihr ein Magazin leergeschossen habt, müsst ihr nachladen. Das erzwingt eine Zwangsfeuerpause. Nachladen im richtigen Moment ist angesagt. Mindestens so wichtig ist taktisches Vorgehen. Überlegt euch gut, welche Gegner ihr als erste aufs Korn nehmt. Unserer Erfahrung nach sollten das die fliegenden Roboter sein. Die Bomben, die sie loslassen, sind einfach am unangenehmsten.

Zum Game Over kommt es meistens dann, wenn ihr die Gegner nicht schnell genug loswerdet und die Übermacht euch überwältigt. Netterweise gibt es fair gesetzte Rücksetzpunkte.

Singularity 5 wird im Stehen gespielt

Dass ihr gegnerischen Schüssen ausweichen müsst, heißt auch: Das Game wird im Stehen gespielt. Einen Modus zum Spielen im Sitzen gibt es nicht. Fortbewegung durch Teleportation oder ähnliches gibt es auch nicht. Steht ein Locationwechsel an, teleportiert euch das Game je nach Level entweder automatisch zur nächsten Position, oder ihr seid gleich an Bord eines Gleiters, der mit euch durch das Level fährt.

Alle fünf Levels sind von Anfang an anwählbar, ihr müsst sie also nicht erst freischalten. Das reduziert natürlich irgendwo die Motivation, ein Level schaffen zu wollen. Andererseits vermeidet es Frust, wenn man ein Level noch nicht geschafft hat. Man kann die späteren trotzdem schon spielen.

Was wir aber definitiv nicht so ideal fanden: Jeder Level startet mit einer kurzen Intro-Sequenz – die sich nicht abbrechen lässt. Geschenkt: Mit vielleicht einer halben Minute Dauer sind diese Szenen nicht abendfüllend, aber wenn man sie schon mehrfach gesehen hat…

Singularity 5 ist ein guter Shooter

Unterm Strich haben wir es jedenfalls mit einem soliden Shooter zu tun. Das zugrundeliegende Spielprinzip ist bewährt und ordentlich umgesetzt. Punktuell hat uns Singularity 5 sogar am Robo Recall erinnert. Allerdings kann die Indie-Produktion mit Epic Games‘ AAA-Hit nicht mithalten. Das betrifft einerseits den Umfang – Singularity 5 hat nur fünf Levels – und andererseits die Langzeitmotivation. Es gibt keine Progression, kein Aufleveln der Waffen, keine globalen Highscores etc. Schade, sonst hätte unsere Wertung noch einen Tick besser ausfallen können.

Dafür punktet das Game mit seinem ungewöhnlichen Look. Nicht nur das Art-Design ist außergewöhnlich, die Grafik ist auch technisch top: detailliert und vor allem stets flüssig. Und mit unter zehn Euro ist Singularity 5 auch recht günstig. Um den Preis macht man hier nichts falsch. Klar bieten Shooter-Schwergewichte wie unsere Shooter-Referenz Serious Sam VR: The Last Hope deutlich mehr – kosten dafür aber auch ein Vielfaches.

Hier findet ihr Singularity 5 auf Steam und hier im Oculus Store

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Das Fazit
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Manfred
Nach 16 Jahren E-MEDIA bloggt Manfred Huber jetzt über die Technik-Themen, die ihm am meisten Spaß machen - und das ist momentan alles rund um Virtual Reality.