Wie kriegt man drei Loks sicher zum Zielbahnhof, und sammelt dabei alle Sterne ein? Trains VR ist ein pfiffiges Knobelgame für Eisenbahnfans mit Oculus Rift oder HTC Vive. Wir haben die Rift-Version im Test.

Lasst euch nicht von den Screenshots täuschen. Trains VR ist keine Modellbahnsimulation wie Rolling Line, sondern ein astreines Knobelspiel – im Eisenbahnsetting.

Zu Beginn ist jeder der 40 Level im Spiel ein unbeschriebenes Blatt – oder besser – eine weitgehend leere Modellbahnanlage. Ihr schaut auf sehr viel Grün, aufgelockert von vereinzelten Hindernissen wie Schuppen oder Zäunen. Fix vorgegeben sind außerdem drei Stationen, aus denen eure drei Loks starten. Und es gibt in der Landschaft verteilte Sterne in Rot, Blau und Gelb.

Trains VR: Mit Zügen Sterne sammeln

Eure Aufgabe ist, Schienen so zu verlegen, dass die drei Züge im Vorbeifahren alle Sterne einsammeln und anschließend sicher in ihren Bahnhöfen ankommen. Damit das nicht zu einfach wird, kann jede Lok nur Sterne einer einzigen Farbe aufsammeln.

Ihr könnt ihr so viele Schienen verlegen, wie ihr wollt. Geraden, Kurven, Weichen, Kreuzungen. In späteren Levels gibt es auch Drehscheiben, die werden dann aber nicht von euch platziert, sondern sind zu Levelbeginn schon da. Ebenfalls schon fix vorgegeben sind die Positionen von Tunneln in späteren Levels, die eure Loks von einer an eine andere Stelle des Spielfelds führen.

Das Schienenlayout ist nur die halbe Miete

Habt ihr eure Schienen verlegt, startet ihr eure Loks. Nur in den frühen Levels könnt ihr euch zurücklehnen und zuschauen, wie sie ihren Job erledigen. Später müsst ihr schon aktiv eingreifen und durch gut getimtes Weichenstellen dafür sorgen, dass eure Strategie aufgeht.

Trains VR funktioniert nach dem Trial-and-Error-Prinzip. Ihr könnt die Loks jederzeit auf die Reise schicken und euer Layout testen. Gibt es einen Crash oder landen die Loks im Ziel, bevor sie alle Sterne aufgesammelt haben, editiert ihr euer Schienennetz, bevor ihr die Loks nochmal losschickt.

VR Cover
Trains VR Screenshot
Das Schienenverlegen klappt denkbar einfach. Hier brilliert die Steuerung.

So simpel funktioniert das Schienenverlegen

Gesteuert wird Trains VR über virtuelle Controller. Mit dem Laserpointer in der rechten (oder wahlweise linken) Hand nehmt ihr alle relevanten Aktionen auf dem Spielbrett vor. Zum Beispiel das Schienenverlegen, das denkbar unkompliziert gelöst ist. Ein extra Menü, um Geraden, Kurven oder Weichen auszuwählen, braucht es nicht. Weiterbauen könnt ihr von allen Enden eines bereits vorhandenen Streckenabschnitts. Ihr zeigt einfach mit dem Laserpointer in die gewünschte Richtung, das Spiel schlägt dann automatisch die passende Schiene vor.

Markiert ihr mit dem Laserpointer eine bereits verlegte Schiene, könnt ihr sie per Knopfdruck löschen. Und zeigt ihr auf eine Weiche, könnt ihr sie per Knopfdruck umschalten. Das komplette Spiel lässt sich durch Zeigen und einen einzigen Button steuern.

Der letzte Feinschliff fehlt

Während die Steuerung bei den Kernfunktionen sehr gut funktioniert, schwächelt sie bei den Zusatzfunktionen. Die Gesten zum Drehen oder Zoomen des Tichs zwecks Perspektivwechsel funktinieren etwas holprig. Dazu kommt die fragwürdige Design-Entscheidung für die virtuelle Fernbedienung, die man in der zweiten Hand hält. Darüber lässt sich zum Beispiel die Spielgeschwindigkeit kontrollieren oder zurück ins Menü wechseln etc. Essenzielle Features wie „Pause“ liegen auch auf dieser virtuellen Fernsteuerung und sind somit unnötig kompliziert zu erreichen. Gerade „Pause“ hätte sich auf Hardwarebuttons am Controller besser gemacht.

Am Ende fehlt dem Spiel ein wenig der letzte Feinschliff. Mit ein paar „quality of life“-Verbesserungen in Sachen Steuerung wäre eine höhere Wertung drin gewesen. An einigen Schrauben haben die Entwickler mit ihren bisherigen Updates schon gedreht. Mal schauen, ob sich bei der Steuerung noch was tut. Wünschenswert wäre das. Unterm Strich ist Trains VR aber auch im jetzigen Zustand ein pfiffiger Mix aus Strategie (Strecke planen) und einem Tick Geschicklichkeit (Weichen schalten), der nicht nur Eisenbahnfans Freude machen dürfte.

Hier geht’s zu Trains VR auf Steam und im Oculus Store

 

Überblick der Rezensionen
Das Fazit
Manfred
Nach 16 Jahren E-MEDIA bloggt Manfred Huber jetzt über die Technik-Themen, die ihm am meisten Spaß machen – und das ist momentan alles rund um Virtual Reality.
trains-vr-das-knobelgame-fuer-modellbahnfans-im-testTrains VR ist ein sympathisches Knobelspiel, in das ich bis jetzt fünf Stunden versenkt habe – und dabei habe ich erst 28 von insgesamt 40 Levels durch und die Trophäen ignoriert (die erhält man, wenn man bestimmte Level unter Einhaltung bestimmter Vorgaben löst). Das Preis-Leistungs-Verhältnis passt und die Steuerung funktioniert – auch wenn sie mit ein paar Verbesserungen noch besser funktionieren könnte. Ich hoffe auf einen Patch.