Experiment 7 bringt mit Dungeon Chess ein VR-Schachspiel für Oculus Rift. Gespielt wird offline oder online nach klassischen Schachregeln. Der Clou sind die animierten Figuren, die allesamt aus dem D&D-Universum entlehnt sind. Ein Test.

Schach mit „lebendigen“ Spielfiguren, die übers Spielfeld laufen und gegnerische Figuren sprichwörtlich schlagen – die Idee ist nicht neu, aber immer noch gut. Wer lange genug dabei ist, erinnert sich vielleicht an Battle Chess für den Commodore Amiga. Schon damals wurde das gute alte Schachspiel mit animierten Figuren aufgepeppt.

Dungeon Chess verlegt das bewährte Prinzip in die virtuelle Realität. Auf Oculus Rift spielt Ihr Schach mit „lebendigen“ Figuren, die dem D&D-Universum entlehnt sind. Dungeons & Dragons-Spieler werden zum Beispiel den schwebenden Augentyrannen („Beholder“) wiedererkennen, der Gegner mit einem Todesstrahl erledigt. Drachen speien Feuer, die Pferde sind hier Einhörner und die Bauern Elfen.

Matchmaking bitte warten

Gespielt wird wahlweise gegen den Computergegner oder einen menschlichen Widersacher, wobei der Button für die Matchmaking-Funktion zum Testzeitpunkt noch als „coming soon“ ausgegraut war. Gezielt Freunde in die Partie einladen, ist aber jetzt schon möglich. Beim Spiel gegen den Computer ist der Schwierigkeitsgrad in 10 Stufen wählbar.

Während es im Spiel nur ein Set an Figuren (mit jeweils unterschiedlichen für Weiß und Schwarz) gibt, existieren gleich zwei Kulissen. Eine stilechte D&D-Taverne und ein japanisches Haus stehen zur Wahl. Die virtuelle Sitzhöhe lässt sich in drei Positionen einstellen.

Alles in allem macht Dungeon Chess einen guten Eindruck. Direkt vor sich zu sehen, wie sich die Figuren animiert über das Spielbrett bewegen – das kommt in VR einfach gut. Unterm Strich bleibt aber auch der Eindruck, dass das Spiel noch nicht ganz fertig ist und die Entwickler noch Arbeit vor sich haben. Siehe zum Beispiel die noch ausstehende Matchmaking-Funktion.

Was wir uns noch wünschen

Gesteuert wird wahlweise mit Fernbedienung oder Oculus Touch. Apropos Touch: Figuren können zwar hochgenommen und um die vertikale Achse gedreht werden, sie lassen sich aber nicht frei in alle Himmelsrichtungen drehen. Genau solche Kleinigkeiten könnten aber viel dazu beitragen, einer VR-Experience den letzten Kick zu geben. Übrigens: Würden hochgehobene Figuren nach einiger Zeit ungeduldig zappeln und Anstalten machen, sich befreien zu wollen, fänden wir das auch nicht doof.

Spannend wäre sicher auch die Möglichkeit, sich an Stelle einer Schachfigur direkt aufs Brett zu versetzen und die Action hautnah zu erleben.

Oh, und die Möglichkeit der Seitenwahl sollte eigentlich in jedem Schachspiel Standard sein. Zumindest dieses Feature haben die Entwickler für den nächsten Patch schon angekündigt, zusammen mit der Matchmaking-Funktion.

Bleibt abzuwarten, wohin sich Dungeon Chess entwickelt. Ein gutes Fundament hat Experiment 7 jedenfalls schon gelegt und der Preis von knapp 10 Euro erscheint fair. Aber qualitativ geht da noch was. Keep the Patches coming!

Hier geht’s zu Dungeon Chess im Oculus Store.

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Fazit
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Manfred
Nach 16 Jahren E-MEDIA bloggt Manfred Huber jetzt über die Technik-Themen, die ihm am meisten Spaß machen - und das ist momentan alles rund um Virtual Reality.