Im Hubschrauber, Flugzeug oder Kanonenboot gegen außerirdische Invasoren kämpfen: Worlds at War ist ein VR-Game, das als Early-Access-Titel noch ausbaufähig ist – aber was wir bis jetzt sehen, macht verdammt viel Lust auf mehr!

Roland Emmerich hätte es nicht besser hinbekommen. Wir stehen an Bord eines Flugzeugträgers und trauen unseren Augen nicht: Über uns schwebt ein gigantisches kreisrundes Alien-Mutterschiff! Das Heulen der Alarmsirenen und die panischen Funkdurchsagen unterstreichen die Dringlichkeit unserer Entscheidung: Womit wollen wir den anfliegenden Alien-Jägern Paroli bieten? Zur Linken steht ein startbereites Kampflugzeug, schräg gegenüber ein Kampfhubschrauber. Und ein Deck niedriger wartet ein Kanonenboot darauf, zu Wasser gelassen zu werden…

Ein Hauch von Battlefield in VR

Willkommen bei Worlds at War, einem VR-Actiongame für HTC Vive, Oculus Rift und Windows Mixed Reality! Sollten wir das Game in einem Satz beschreiben, dann wäre das: „Worlds at War ist ein Indie-Single-Player-Battlefield mit Aliens in VR.“ Aber gottseidank haben wir ja mehr Platz, also mal ganz von vorne.

Worlds at War schickt euch also im Flugzeug, Heli oder Boot in den Kampf gegen Alien-Invasoren. Dabei könnt ihr jederzeit zwischen Onboard-Perspektive und Außenansicht umschalten, wobei wir persönlich erstere präferieren. Die Cockpits sind einfach astrein in Szene gesetzt und sehen richtig realistisch aus.

Ihr spielt wahlweise mit Onboard-Perspektive oder aus der Außenansicht

Das Einsteigen funktioniert ganz nach Battlefield-Manier: Ihr lauft zum gewünschten Gefährt und drückt den X-Button, schon seid ihr im Cockpit. Schießt euch ein Gegner ab, respawnt ihr übrigens wieder an Deck – das gerade verlorene Gefährt steht dann aber nicht mehr zur Verfügung.

„Killer”-Feature: Zielen per Headtracking

Als unser Lieblingsgefährt hat sich im Test übrigens der Hubschrauber herauskristallisiert. Er hat einfach die effektivste Bewaffnung: ein Maschinengewehr und ungelenkte Raketen. Um letztere abzufeuern, richtet ihr den Heli aufs Ziel aus und drückt den linken Trigger am Controller. Eine Spur cooler ist das Bord-MG, das ihr unabhängig von der Flugrichtung des Helikopters abfeuern könnt. Ihr dreht einfach euren Kopf in Richtung Gegner und feuert mit dem rechten Trigger. Für beide Waffen gilt: Vorhalten müsst ihr nach eigenem Gutdünken. Eine computergestützte Flugbahnberechnung mit einer entsprechenden Anzeige im HUD gibt es nämlich nicht.

Ist euch der Heli zu langsam, schaut euch mal das Kampfflugzeug an. Dabei handelt es sich um eine A-10 Thunderbolt II, die mit Bomben und einem Bord-MG bewaffnet ist. Letzteres ist fix montiert, ihr müsst zum Zielen also die Nase auf das Ziel ausrichten. Die Sinnhaftigkeit der Bomben erschließt sich derzeit ehrlicherweise nicht ganz. Lenkraketen wären irgendwie naheliegender und sinnvoller gewesen, but anyway.

Als drittes Gefährt steckt noch das Kanonenboot im Spiel, das ebenfalls mit einem (per Headtracking gesteuerten) MG ausgestattet ist. Aufs Boot werdet ihr wahrscheinlich erst zugreifen, wenn ihr Heli und Jet verloren habt, denn Fliegen macht am Ende halt doch deutlich mehr Spaß.

Das Gameplay von Worlds at War

Die Steuerung trifft den Sweetspot zwischen Arcade und Simulation. Ja, die Steuerung ist simplifiziert – besonders beim Heli merkt man das – sie ist aber dennoch eine Herausforderung für nicht simulationserprobte Piloten. Speziell, wenn man die Steuerungshilfe in den Optionen ausschaltet. Die begrenzt im Wesentlichen die Lenkausschläge und sollt eigentlich „Spaßbremse“ heißen…

Blick aus dem Cockpit auf den riesigen Alien-Kreuzer

Aktuell stecken zwei „Levels“ im Spiel, und beide spielen sich ziemlich ähnlich. Beide Male ist eure Aufgabe, euren Flugzeugträger gegen die Alienangriffe zu verteidigen. Dazu holt ihr einerseits die Alienjäger vom Himmel, andererseits schweben auch immer wieder riesige Alien-Kreuzer über euren Träger hinweg, deren Bordkanonen ihr mit einem gezielten Angriff ausschalten könnt.

Weil euer Heli oder Flugzeug dabei Schaden nehmen wird, beziehungsweise euch Munition und/oder Treibstoff ausgehen werden, solltet ihr regelmäßig reparieren, auftanken und aufmunitionieren. Das funktioniert über das Aufsammeln von entsprechenden Icons. Die spawnen einerseits regelmäßig an fixen Positionen wie über dem Deck des Flugzeugträgers, andererseits werden sie auch gelegentlich von abgeschossenen Alienschiffen hinterlassen.

Die ganze Action funktioniert nach dem „Horde“-Prinzip. Es folgt Gegnerwelle um Gegnerwelle, bis die Aliens irgendwann den Träger versenkt haben. Dann heißt es: Game Over.

Wie es mit Worlds at War weitergeht

Wie eingangs erwähnt: Das Game befindet sich noch in der Early-Access-Phase. Technisch merkt man davon aber nichts. Grafik und Sound sind obere AA-Liga, gröbere Bugs sind uns beim Spielen keine aufgefallen. Das ist umso beeindruckender, wenn man weiß, dass Worlds at War eine Einmann-Show eines schwedischen Entwicklers ist, der die vergangenen zwei Jahre daran gewerkt hat. Kudos, Johan!

Für die (voraussichtlich) zweite August-Hälfte hat Johan ein Update mit einem zusätzlichen Jetmodell und Lenkraketen in der Pipeline. Daneben arbeitet er an einem neuen Szenario mit zerstörbaren Gebäuden und Alien-Bodeneinheiten – die wären dann die idealen Ziele für die Bomben der A-10. Auch in der Pipeline: eine globale Highscoreliste, um die eigene Leistung mit anderen Spielern zu vergleichen.

Ein häufig genannter Wunsch aus der Community dürfte dagegen nicht Realität werden: Einen Mehrspielermodus soll Worlds at War keinen bekommen. „Das würde einfach zu viele Änderungen am Game notwendig machen“, bedauert Johan.

Das Fazit

Es ist verrückt. Worlds at War hat im aktuellen Zustand nur zwei Levels und lässt jegliche Maßnahme vermissen, mit der Entwickler Spieler sonst an ihr Game zu fesseln versuchen. Globale oder auch nur lokale Highscoreliste? Derzeit Fehlanzeige. Und trotzdem bockt es uns immer wieder, für 20 Minuten auf Alienjagd zu gehen. Das Game ist einfach astrein inszeniert und das Grundgerüst für ein großartiges VR-Actiongame ist gelegt. Werden die versprochenen Updates Realität, hat Worlds at War alle Chancen, den Sprung vom vielversprechenden Early-Access-Titel zum waschechten VR-Geheimtipp zu machen.

Nachdem es sich bei Worlds at War um einen Early-Access-Titel handelt, vergeben wir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Wertung.

Hier geht’s zum Spiel auf Steam