Mit Derail Valley kann sich jeder den Kindheitstraum von der Lokführer-Karriere erfüllen. Der VR-Zugsimulator für Rift, Vive und WMR ist jetzt auf Steam im Early Access. Wir haben uns das Game mit Oculus Rift angesehen.

Wollten wir als Kind nicht alle einmal Lokführer werden? Nur die wenigsten haben sich den Traum tatsächlich erfüllt. Der Rest von uns kann ihn jetzt wenigstens in VR ausleben: mit Derail Valley, dem neuen VR-Zugsimulator. Das Game ist auf Steam im Early Access und läuft auf Rift, Vive und Windows Mixed Reality. Early Access heißt: Derail Valley ist schon spielbar, aber noch nicht fertig und wird laufend weiterentwickelt. Was uns freilich nicht davon abhält, uns die aktuelle Fassung anzusehen. Hier sind unsere Eindrücke.

Derail Valley: Lokführer in VR!

Das Game versetzt euch in ein idyllisches Tal mit Seen, Flüssen, Bergen und einigen Städten und Fabriken. Die eingleisige Bahnstrecke, die sich verzweigt auf mehreren Routen durch das Tal windet, ist die Hauptverkehrsader. Euer Job ist es, Frachtwaggons zwischen den Bahnhöfen der Region zu transportieren.

Derail Valley ist von Anfang an für VR konzipiert, lässt sich aber auch am Monitor spielen. Sicher eine clevere Entscheidung seitens der Entwickler. Je mehr Fans man gewinnt, umso mehr Features kann man integrieren – die dann auch den VR-Nutzern zugutekommen. Alle Bedienelemente im Führerhaus sind jedenfalls über die Touch-Controller manipulierbar und VR ist zweifelsohne die beste Möglichkeit, das Spiel zu erleben.

Derail Valley macht euch zum Lokführer in einem idyllischen Tal.

Derail Valley hat ein vorbildliches Tutorial

Zum Einstand gibt’s ein kurzes Tutorial, das euch in die Spielmechaniken einführt. Hier macht Derail Valley einen wirklich guten Job. Binnen Minuten wissen wir, wie wir uns via Teleportation in der Spielwelt fortbewegen, wie wir uns ins Führerhaus der Diesellock beamen – und vor allem, wie wir diese in Betrieb nehmen.

Drei Schalter umlegen, Motor starten, Vorwärts- oder Rückwärtsgang einlegen, Bremsen lösen, Geschwindigkeitsregler vorsichtig nach vorne schieben – schon setzt sich unsere Lok in Bewegung. Manövrieren wir sie nahe genug an die am Abstellgleis geparkten Waggons heran, können wir diese ankoppeln. Dazu brauchen wir im Führerhaus nur den richtigen Knopf zu drücken. In unserem jederzeit einblendbaren Inventar finden wir eine Handfernsteuerung. Damit können wir Weichen vom Führerstand aus umlegen, ohne den Zug zu verlassen.

Das ist eigentlich auch schon alles, was man wissen muss. Das Tutorial erklärt binnen kurzer Zeit alles Wesentliche und entlässt uns dann in die offene Spielwelt. Optimal, so gehört sich das!

Alle Kontrollen der Lok lassen sich per Touch-Controller bedienen.

Von A nach B in Derail Valley

Im Bahnhofhäuschen jeder Station werden euch verschiedene Aufträge angeboten. Zum Beispiel Verschubaufgaben, bei denen ihr einen Zug zusammenstellen oder Waggons entladen sollt. Der eigentliche Kern des Spiels sind freilich die Transportaufträge nach dem Motto: Bring diese Waggons von hier nach dort. Je weiter der Zielbahnhof entfernt ist, desto höher fällt die finanzielle Vergütung aus.

Die ersten paar Minuten jedes Auftrags verbringt ihr mit Verschubarbeiten. Die Waggons stehen schon auf einem Nebengleis bereit. Ihr müsst sie nur noch an eure Lok ankoppeln. Gleicht an dieser Stelle lieber nochmal die Waggonnummern mit denen in eurem Auftrag ab! Nichts wäre peinlicher, als erst am Zielort festzustellen: Ooops, das waren die falschen Waggons…

Dann kann’s losgehen: Vorwärtsgang einlegen, Bremsen lösen, Geschwindigkeit erhöhen. Wenn der Zug partout nicht schneller werden will, weil sich wegen der schweren Ladung die Räder durchdrehen, kann man per Knopfdruck Sand ablassen.

Landschaftlich hat das Tal einiges zu bieten…

Der Spieletitel kommt nicht von ungefähr

Wir haben gleich bei unserer ersten Fahrt auf die harte Tour gelernt, warum das Game „Derail“ Valley heißt. Eine Kurve (viel) zu schnell genommen und schon hat sich der komplette Zug spektakulär mit einem Sturz in eine Schlucht verabschiedet. Learning: Auch wenn die Lok deutlich schneller geht, bleibt man mit Ladung besser unter 30 km/h – und vermeidet zu heftiges Bremsen. Auch das kann nämlich einen Waggon aus den Schienen springen lassen.

Unser Tipp: Beginnt mit kleinen Touren. Nichts ist ärgerlicher, als wenn euch nach 45 Minuten Zeitinvestment ein Waggon entgleist. Ein Gespür dafür, was geht und was nicht, entwickelt man erst im Laufe der Zeit.

Dieser Zug ist entgleist. Das Game heißt nicht umsonst Derail Valley.

Ja, es gibt eine Dampflock in Derail Valley!

Mit dem in den Aufträgen verdienten Geld könnt ihr im Spiel Extras freischalten. Darunter den Traum jedes Eisenbahnfans: eine Dampflok! Kauft euch am besten gleich die Anleitung dazu, denn die Bedienung ist nicht ganz so unkompliziert wie bei der Diesellok. Es gibt um etwa den Faktor fünf mehr Dinge zu beachten. Dampflok-Fans werden aber genau das wahrscheinlich mögen. Wiewohl an dieser Stelle der Hinweis angebraucht ist: Die Bedienung der Dampflok ist eines der Dinge, an denen die Entwickler noch schrauben sollten.

Derail Valley Dampflokomitive
Die Dampflok gehört für viele Eisenbahnfans sicher zum Highlight im Spiel.

Wasser und Kohle werden viel zu schnell verbraucht, man muss einfach viel zu häufig nachfüllen beziehungsweise nachschaufeln. Apropos Kohle: Die schippt ihr via Touchcontroller in den Kessel. Das funktioniert zwar, ist aber eine etwas hakelige Angelegenheit. Besonders, wenn man im Sitzen spielt. Hier wäre eine optionale Automatikfunktion vielleicht eine gute Idee. Aber wie gesagt: Derail Valley ist im Early Access und an der Stelle wird sich hoffentlich noch etwas tun.

Derail Valley Kohle schaufeln
Die Kohle wird manuell per Touch-Controller geschaufelt.

Woran es bei Derail Valley noch hakt

Wenn wir schon bei den Early-Access-Baustellen sind: Da sind uns einige aufgefallen. Mal wachsen Bäume mitten auf den Schienen, mal clippen Felsen durch Tunnelportale, mal hängt ein Geleisbett einen Meter in der Luft. Es gibt zahlreiche Stellen im nicht gerade kleinen Spielgebiet, an denen die Entwickler noch Hand anlegen müssen. An der zugrundeliegenden Physiksimulationen gibt’s immer wieder mal Updates. Wie leicht und wodurch ein Zug aus den Schienen springt, ist noch ein wenig Work in progress.

Was die Grafik angeht: Die ist punktuell sehr chic und landschaftlich wird einiges geboten. Gleichzeitig gibt es aber auch deutliche Pop-ins und selten aber doch auch ein Flackern der Texturen. Würde sich in dieser Beziehung auch noch etwas tun, wäre das begrüßenswert.

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Unser Fazit zu Derail Valley

Nachdem Derail Valley im Early Access ist, vergeben wir noch keine Wertung. Wir können das Game aber jedem eisenbahnaffinen VR-Fan schon jetzt klar empfehlen. Schon jetzt kann man in Derail Valley viel zu viel Zeit investieren und viele Stunden Spaß haben. Der Preis von knapp 17 Euro wirkt da fast schon unverschämt günstig.

Dass es noch offene Baustellen gibt, ist für einen Early-Access-Titel normal. Die Entwickler arbeiten derzeit aktiv am Spiel und es gibt laufend Updates. Natürlich gibt es keine Garantien. Aber wenn das so weitergeht, dann wird Derail Valley etwas ganz Großes.

Hier geht’s zu Derail Valley auf Steam und hier zur offizellen Homepage