Mit Space Junkies hat Ubisoft einen VR-Shooter gestrickt, der keine Wünsche offenlässt: Top-Grafik, Crossplay zwischen PC und PSVR, knackiges Gameplay – und keine Spur von VR-Übelkeit. Wir haben die PC-Fassung von Space Junkies auf Oculus Rift im Test.

Welcome, Spacer! Ubisofts VR-Shooter steckt euch in eine Arena irgendwo im Erdorbit (?), wo ihr euch in verschiedenen Maps und Spielmodi gegen eure Kontrahenten bewehrt. Ihr läuft dabei nicht durch irgendwelche Gänge wie in herkömmlichen Shootern, sondern schwebt im Raumanzug herum. Dank der Steuerdüsen eures Anzugs könnt ihr euch frei in alle Richtungen bewegen, kurzfristig via Boost auch besonders schnell.

Space Junkies ist ein Shooter nur für Virtual Reality

Kudos an Ubisoft, dass man in den ja immer noch überschaubaren VR-Markt investiert! Space Junkies ist ein Shooter exklusiv für Virtual Reality, genauer gesagt für PC (Rift, Vive, Windows Mixed Reality) und PSVR. Cross-Play zwischen PC und PlayStation wird unterstützt. Alles andere wäre bei einem reinem Multiplayer-Shooter, der von der Größe seiner Playerbase lebt, auch ein eher nicht sehr cleverer Schachzug gewesen.

Im Test entpuppt sich Space Junkies als nicht allzu schneller, aber mitunter doch recht hektischer Shooter. Ihr düst ich euren Raumanzügen durch überschaubar große Level, sammelt Extras (Schilde, Lebensenergie) und Waffen auf (von der Pumpgun bis zum Raketenwerfer) und ballert damit auf maximal drei Gegenspieler.

Space Junkies Screenshot
Space Junkies ist ein Multiplayer VR-Shooter für maximal vier Spieler

Space Junkies: bunte Weltraum-Ballerei in VR

Bei den Maps reicht das Repertoire von einer verlassenen Weltraummine bis zu einem mit fremdartigen Pflanzen bewachsenen Asteroidengürtel, wobei die Kulisse insgesamt recht bunt und freundlich in Szene gesetzt ist. Bei den Spielmodi ist so ziemlich alles an Bord, was das Genre hergibt: Deathmatch (oder „Free for all“, wie der Modus hier heißt), Team-Deathmatch, „The King“ und seit dem jüngsten Content-Update außerdem „Final Cut“. Bei letzterem Modus erhält jeder Spieler dieselben Waffen in einer festgelegten Reihenfolge (beginnend mit dem Raketenwerfer), wobei nach jedem Kill die Waffe wechselt.

Das Waffenarsenal bietet keine wirklichen Überraschungen, aber ausreichend Abwechslung: Es gibt die obligatorische Pumpgun, ein Scharfschützengewehr, einen Raketenwerfer, eine explosive Schleuder, eine mächtige Maschinenpistole und kleinere Einhandwaffen. Dazu kommen Extras, die ihr vor Beginn des Matches ausrüsten könnt. Standardmäßig voreingestellt sind das Schild und das Laser-Schwert, mit dem ihr eure Gegner aus nächster Nähe erledigen könnt. Außerdem im Angebot sind unter anderem ein Hologrammgenerator, um eure Gegner zu verwirren, oder ein Scanner zum Orten derselben. Als am hilfreichsten hat sich aus unserer Sicht übrigens die Kombi aus Erster-Hilfe-Flasche und Laserschwert bewiesen – aber jeder, wie er mag.

Im Übrigen könnt ihr euch zwischen verschiedenen Charakteren entscheiden, mit unterschiedlichen Eigenschaften was Speed und Schildstärke angeht.

Mit eurem Jetpack könnt ihr euch in alle Himmelsrichtungen frei bewegen

Vom Spielstart in eine Partie in unter 30 Sekunden

Space Junkies ist klar als schnelles Game für zwischendurch ausgelegt. Zwischen Spielstart und dem Zeitpunkt, zu dem ihr auch schon in einer Partie steckt, vergeht im Idealfall weniger als eine halbe Minute. Und die einzelnen Spielrunden dauern dann keine zehn Minuten. Das macht Space Junkies zum idealen Titel, um nach Feierabend mal schnell ein oder zwei Runden einzuschieben.

Eine wirkliche Progression gibt es bei Space Junkies übrigens nicht. Jede Partie füllt euren Progressbalken auf, was in Levelsprüngen mündet, und ihr erhaltet bei jedem dieser Levelaufstiege eine oder mehrere Lootboxen mit kosmetischen Items. Irgendwelche handfesten Vorteile bringen die Levelaufsteige aber nicht. Das einzige, was einen Level-1- von einem Level-50-Spacer unterscheidet, sind Skill und Erfahrung. Die Eigenheiten und den richtigen Einsatz der Waffen wollen ebenso gelernt wie geübt sein.

Keine Spur von VR-Übelkeit!

Was an Space Junkies am meisten fasziniert: Dass dieses Spiel all das macht, von dem man bisher immer gesagt hat, dass das in VR nicht geht. Oder zumindest eine ganz schlechte Idee ist. Ein Egoshooter, bei dem man als Astronaut im Weltraum rumschwebt – das bedeutet nach konventioneller Leseart Kotzgarantie. Nach drei Jahren VR im Consumer-Markt aber offenbar nicht mehr. Die Entwickler haben alle Register gezogen, damit Space Junkies gut funktioniert. Absolut flüssige Bildwiederholrate, Snap-Turning und ein optional einblendbarer Helm, um das Gesichtsfeld zu verengen: Diese Maßnahmen wirken. Auch nach etlichen Partien am Stück bleibt (zumindest bei mir) kein flaues Gefühl in der Magengegend, nicht mal ansatzweise.

Space Junkies Screenshot
Erst macht’s einen Knall, dann treibt der Spacer tot durchs All

Wie groß ist die Space-Junkies-Community?

Das Thema Cummunity-Größe ist dann auch der einzige Pain Point bei Space Junkies. Virtual Reality ist immer noch eine Nische und ein reiner Multiplayer-Titel in VR tut sich da naturgemäß schwer. Wir haben Space Junkies in den fünf Wochen seit Launch regelmäßig gespielt und ausnahmslos immer Mitspieler gefunden. Dass wir in einer verwaisten Lobby vergeblich auf Mitspieler gewartet hätten, kam nie vor. However: Wenn man die Daten von Steamspy als Indiz heranzieht, die allerdings keine exakte Wissenschaft sind, scheint die Playerbase so riesig nicht zu sein. Mittelfristig wird viel davon abhängen, ob Ubisoft eine genügend große Anzahl an Spielern bei der Stange halten kann, damit das Szenario mit der verwaisten Lobby nicht doch noch eintritt.

Und Ubisoft tut auch einiges dafür. Erst vor kurzem gab es das erste Content-Update mit neuen Maps und einem neuen Spielmodus. Und zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Reviews war Space Junkies außerdem gerade im Sale deutlich vergünstigt zu haben.

Hier geht’s zu Space Junkies auf Steam, im Ubisoft Store, im Oculus Store und im PlayStation Store.

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Das Fazit
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Manfred
Nach 16 Jahren E-MEDIA bloggt Manfred Huber jetzt über die Technik-Themen, die ihm am meisten Spaß machen - und das ist momentan alles rund um Virtual Reality.